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KI in Arbeitszeugnissen – rechtssicher nutzen
Immer mehr Unternehmen im DACH-Raum setzen Künstliche Intelligenz ein, um Arbeitszeugnisse zu erstellen. Doch der Einsatz wirft Fragen zu Compliance, Datenschutz und Transparenz auf. Wie lassen sich KI-Tools rechtlich einwandfrei in HR-Prozesse integrieren?
Lena Bachmann
7. September 2026
Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) zur Erstellung von Arbeitszeugnissen nimmt im DACH-Raum zu. Unternehmen versprechen sich davon effizientere Prozesse und standardisierte Formulierungen. Allerdings unterliegen Arbeitszeugnisse in Deutschland, Österreich und der Schweiz strengen rechtlichen Vorgaben, die KI-gestützte Lösungen erfüllen müssen. Dazu gehören die Grundsätze der Wahrheitspflicht, des Wohlwollens und der Vollständigkeit. In der Schweiz etwa sind Arbeitszeugnisse häufig durch codierte Formulierungen geprägt, die negative Bewertungen verschleiern. KI-Tools können solche Muster zwar erkennen, doch ihre Anwendung muss sicherstellen, dass die rechtlichen Anforderungen weiterhin eingehalten werden. [1]
Der EU AI Act setzt einen verbindlichen Rahmen für den Einsatz von KI in der Europäischen Union, einschließlich Österreich. Die Verordnung stuft bestimmte HR-Anwendungen, die zur Bewertung von Arbeitnehmern eingesetzt werden, als hochriskant ein. Das bedeutet, dass Unternehmen spezifische Compliance-Anforderungen erfüllen müssen, um KI-Tools rechtssicher nutzen zu können. Dazu gehören unter anderem Transparenzpflichten, Risikomanagement und die Dokumentation der Entscheidungsprozesse. Da der EU AI Act unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten gilt, müssen österreichische Unternehmen diese Vorgaben bereits jetzt berücksichtigen. [3]
In Deutschland regelt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) den Umgang mit personenbezogenen Daten in KI-Tools. Besonders relevant sind dabei die Grundsätze der Datenverarbeitung sowie das Verbot automatisierter Entscheidungen, die rechtliche oder ähnlich bedeutsame Auswirkungen auf Betroffene haben. Da Arbeitszeugnisse sensible personenbezogene Daten enthalten, müssen Unternehmen sicherstellen, dass KI-gestützte Prozesse den Anforderungen der DSGVO entsprechen. Dazu gehört auch, dass betroffene Personen über den Einsatz von KI informiert werden und ihre Rechte, wie das Widerspruchsrecht, gewahrt bleiben. [2]
Die Schweiz folgt eigenen Datenschutzbestimmungen, die ähnlich strenge Vorgaben wie die DSGVO vorsehen. Auch hier müssen Unternehmen sicherstellen, dass der Einsatz von KI-Tools zur Erstellung von Arbeitszeugnissen den nationalen Gesetzen entspricht. Da Arbeitszeugnisse in der Schweiz oft codierte Formulierungen enthalten, ist es besonders wichtig, dass KI-Systeme diese Muster korrekt interpretieren und keine falschen oder diskriminierenden Aussagen generieren. Eine manuelle Prüfung durch HR-Verantwortliche bleibt daher unerlässlich, um die rechtliche Konformität zu gewährleisten. [1]
HR-Software-Anbieter wie Centric HR Solutions bieten bereits KI-gestützte Tools an, die in Human Resource Information Systems (HRIS) und Applicant Tracking Systems (ATS) integriert werden können. Diese Tools versprechen eine effizientere Erstellung von Arbeitszeugnissen, doch ihre Nutzung muss den rechtlichen Vorgaben entsprechen. Unternehmen sollten darauf achten, dass die eingesetzten Lösungen nicht nur technisch ausgereift, sondern auch compliant sind. Compliance-Dienstleister unterstützen dabei, die rechtssichere Implementierung von KI-Tools zu gewährleisten und Risiken zu minimieren. [4][7]
Die Integration von KI in HR-Prozesse erfordert eine sorgfältige Abwägung zwischen Effizienzgewinnen und rechtlichen Risiken. Unternehmen im DACH-Raum müssen sicherstellen, dass ihre KI-Tools den lokalen Arbeitsgesetzen, Datenschutzbestimmungen und den Vorgaben des EU AI Act entsprechen. Eine enge Zusammenarbeit mit Compliance-Experten und die regelmäßige Überprüfung der eingesetzten Systeme sind dabei entscheidend. Nur so lässt sich vermeiden, dass KI-generierte Arbeitszeugnisse zu rechtlichen Konflikten oder Reputationsschäden führen. [2][3]
Um KI in der Erstellung von Arbeitszeugnissen rechtssicher einzusetzen, sollten Unternehmen folgende Schritte beachten: Zunächst gilt es, die rechtlichen Rahmenbedingungen im jeweiligen Land zu prüfen und sicherzustellen, dass die eingesetzten KI-Tools diesen entsprechen. Eine enge Zusammenarbeit mit Compliance-Dienstleistern hilft, Risiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren. Zudem sollte der Einsatz von KI transparent kommuniziert werden, um das Vertrauen der Mitarbeiter zu wahren. Schließlich ist eine regelmäßige Überprüfung der KI-generierten Inhalte durch HR-Verantwortliche unerlässlich, um die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben zu gewährleisten. [1][7]
Hintergrund
Arbeitszeugnisse sind im DACH-Raum ein zentrales Element der Personalprozesse, unterliegen jedoch unterschiedlichen rechtlichen Vorgaben. Während in Deutschland die Gewerbeordnung klare Anforderungen stellt, sind in der Schweiz codierte Formulierungen verbreitet. Der EU AI Act verschärft die Compliance-Anforderungen für KI-Systeme, die in HR-Prozessen eingesetzt werden. Unternehmen müssen daher sicherstellen, dass ihre KI-Tools sowohl den nationalen als auch den europäischen Vorgaben entsprechen, um rechtliche Risiken zu vermeiden.
Quellen
- [1]Arbeitszeugnis in der Schweiz: Code entschlüsseln mit KI | Beobachter
- [2]KI-Compliance in Europa | Rechtsbericht | EU | Recht der künstlichen Intelligenz
- [3]EU AI Act – Was österreichische Unternehmen jetzt wissen müssen - iso-27001.at
- [4]Reference Letter - Centric HR Solutions
- [5]Ultimate Guide – The Best AI Compliance Automation Tools of 2026
- [6]KI im HR: einfach starten – Best Practices 2026
- [7]AI in HR - KI im Personalwesen rechtssicher einsetzen
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