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Menstruation am Arbeitsplatz: Tabus brechen
Fast die Hälfte der menstruierenden Beschäftigten im DACH-Raum empfindet ihre Periode am Arbeitsplatz als belastend. Unternehmen, die gezielte Maßnahmen einführen, steigern nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Mitarbeiterbindung. Doch wie gelingt der Kulturwandel?
Lena Bachmann
1. Oktober 2026
Menstruation ist ein natürlicher Bestandteil des Lebens von etwa der Hälfte der Belegschaft, wird jedoch in vielen Unternehmen noch immer als Tabuthema behandelt. Studien zeigen, dass menstruierende Personen ihre Periode am Arbeitsplatz häufig als belastend empfinden. Die Gründe reichen von körperlichen Beschwerden bis hin zu fehlender Akzeptanz für flexible Arbeitsmodelle. Während Themen wie Erkältungen oder Magenverstimmungen offen kommuniziert werden, bleibt die Menstruation oft ein verschwiegenes Thema. Dies führt dazu, dass betroffene Mitarbeiter:innen sich nicht ausreichend unterstützt fühlen und ihre Produktivität leidet. [1][5]
Die rechtlichen Rahmenbedingungen im DACH-Raum bieten Unternehmen Spielraum, menstruationsfreundliche Maßnahmen umzusetzen, ohne dass es verbindliche Vorgaben gibt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz obliegt es den Arbeitgebern, im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht ein unterstützendes Umfeld zu schaffen. Die EU hat zwar Empfehlungen zur Integration von Menstruationsgesundheit in betriebliche Gesundheitsprogramme ausgesprochen, doch diese sind nicht verpflichtend. Dennoch zeigen Vorreiter wie Zalando oder SAP, dass einfache Maßnahmen wie kostenlose Hygieneprodukte oder flexible Arbeitszeiten während der Menstruation das Wohlbefinden deutlich steigern können. [2][3]
Ein zentrales Hindernis für die Einführung menstruationsfreundlicher Maßnahmen ist das fehlende Bewusstsein für die Bedarfe der Belegschaft. Viele Unternehmen setzen auf Diversität und Inklusion, doch menstruierende Personen werden dabei oft nicht explizit berücksichtigt. Pulse Surveys bieten hier eine niedrigschwellige Möglichkeit, Feedback zu Tabuthemen wie Menstruation zu sammeln. Durch kurze, regelmäßige Befragungen können Unternehmen gezielt Stimmungen und Bedarfe erfassen und datenbasiert handeln. Dies ist besonders relevant, da viele Beschäftigte sich flexible Arbeitsmodelle oder Homeoffice-Optionen während ihrer Periode wünschen. [4][6]
Der FemTech-Markt bietet Unternehmen zunehmend Tools, um menstruationsfreundliche Maßnahmen umzusetzen. Von Apps zur Zyklusverfolgung bis hin zu Hygieneprodukten – die Bandbreite an Lösungen wächst. Dennoch bieten die meisten Unternehmen im DACH-Raum noch keine kostenlosen Hygieneprodukte in Toiletten an. Dabei sind solche Maßnahmen ein einfacher erster Schritt, um die Inklusion menstruierender Personen zu fördern. Unternehmen, die hier vorangehen, signalisieren, dass sie die Bedürfnisse ihrer Belegschaft ernst nehmen und einen Kulturwandel aktiv gestalten. [1][3]
Die Einführung menstruationsfreundlicher Maßnahmen hat nicht nur positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter:innen, sondern auch auf die Mitarbeiterbindung. Studien zeigen, dass Unternehmen, die gezielt auf die Bedürfnisse ihrer Belegschaft eingehen, eine höhere Retention-Rate aufweisen. Dies ist besonders relevant in einem Arbeitsmarkt, der unter Fachkräftemangel leidet. Durch Maßnahmen wie flexible Arbeitszeiten oder Aufklärungskampagnen können Unternehmen nicht nur die Zufriedenheit steigern, sondern auch ihre Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen. [7][8]
NGOs und Initiativen wie Vulvani oder das British Standards Institution (BSI) treiben das Thema voran, indem sie Leitfäden und Aufklärungskampagnen entwickeln. Diese Organisationen zeigen, dass menstruationsfreundliche Maßnahmen nicht nur machbar, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll sind. Unternehmen, die sich an solchen Initiativen orientieren, können von Best Practices profitieren und gleichzeitig ein Zeichen für eine moderne, inklusive Unternehmenskultur setzen. [1][2]
Menstruationsfreundliche Maßnahmen sind kein Nice-to-have, sondern ein zentraler Baustein für eine inklusive Unternehmenskultur. Unternehmen, die hier vorangehen, profitieren von einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit, einer stärkeren Bindung und einer besseren Reputation als Arbeitgeber. Der erste Schritt besteht darin, das Thema zu enttabuisieren und gezielt Feedback einzuholen. So lassen sich passgenaue Lösungen entwickeln, die sowohl den Bedürfnissen der Belegschaft als auch den Zielen des Unternehmens gerecht werden. [1][3]
Hintergrund
Im DACH-Raum gibt es keine gesetzliche Verpflichtung zu menstruationsfreundlichen Maßnahmen, doch die Fürsorgepflicht der Arbeitgeber bietet Spielraum für freiwillige Initiativen. Während in Deutschland und Österreich die Akzeptanz für solche Maßnahmen langsam steigt, hinken viele Unternehmen noch hinterher. In der Schweiz wird das Thema vor allem von internationalen Konzernen vorangetrieben, während KMUs oft noch zögern. Pulse Surveys und FemTech-Lösungen bieten hier praktische Ansätze, um datenbasiert zu handeln.
Quellen
- [1]Periode bei der Arbeit: Brauchen wir eine periodenfreundliche Unternehmenskultur? - Vulvani
- [2]Supporting Menstruation and Menopause in the Workplace | BSI
- [3]Periodenfreundliches Arbeitsumfeld: Wie Unternehmen mit FemTech-Innovationen das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiterinnen verbessern können
- [4]Pulsbefragung: 15 Fragen, Vorlage & Software | Honestly
- [5]„Tabuthemen in der Frauengesundheit“: Deutschland-Ergebnisse zeigen Handlungsbedarf
- [6]Pulse Feedback | Mitarbeiterbefragungen und 360-Grad-Feedback
- [7]Retention Management: Strategien zur effektiven Mitarbeiterbindung
- [8]Retention-Management ▶ Strategien gegen Fluktuation
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