
Foto: Photo by Giuseppe Argenziano on Unsplash
Arbeitswelt 2035: KI und neue Modelle prägen die Zukunft
Sven Gabor Janszky, Deutschlands führender Zukunftsforscher, skizziert für 2035 eine Arbeitswelt, die von KI, Automatisierung und flexiblen Modellen dominiert wird. Hybrid- und Remote-Arbeit werden zur Norm, während Unternehmen um Talente konkurrieren. Doch rechtliche Hürden und kulturelle Widerstände bremsen den Wandel – besonders im DACH-Raum.
Lena Bachmann
10. Oktober 2026
Die Arbeitswelt steht vor einem radikalen Umbruch: Bis 2035 werden KI-Agenten und Automatisierung zentrale Rollen in Büro- und Dienstleistungsjobs übernehmen. Zukunftsforscher Sven Gabor Janszky prognostiziert, dass repetitive Tätigkeiten zunehmend von Technologie ersetzt oder unterstützt werden. Gleichzeitig verändern sich Arbeitsmodelle grundlegend – hybride Strukturen und flexible Arbeitszeiten werden zum Standard. Diese Entwicklung ist nicht nur technologisch getrieben, sondern auch eine Reaktion auf den Fachkräftemangel und veränderte Erwartungen der Beschäftigten. Unternehmen, die diese Trends ignorieren, riskieren den Anschluss an den Wettbewerb um Talente zu verlieren. [1][2]
Hybrid- und Remote-Arbeit sind keine vorübergehenden Phänomene, sondern werden bis 2035 zur dominierenden Arbeitsform im DACH-Raum. Janszky betont, dass Unternehmen, die an Präsenzkultur festhalten, langfristig an Attraktivität einbüßen. Die Umstellung erfordert jedoch mehr als nur technische Infrastruktur: Führungskräfte müssen lernen, Teams über Distanz zu führen, und Arbeitsprozesse müssen neu gedacht werden. Besonders in Deutschland und Österreich stellen starre Arbeitszeitgesetze eine Hürde dar, die flexible Modelle erschweren. Dennoch zeigen Pilotprojekte, dass Produktivität und Mitarbeiterzufriedenheit durch hybride Modelle steigen können. [1][8]
Die 4-Tage-Woche gewinnt an Bedeutung, doch ihre Umsetzung bleibt im DACH-Raum eine Herausforderung. Während in einigen Branchen bereits Pilotprojekte laufen, bremsen gesetzliche Vorgaben und Tarifverträge die flächendeckende Einführung. Janszky argumentiert, dass die 4-Tage-Woche nicht nur die Work-Life-Balance verbessert, sondern auch die Produktivität steigert – vorausgesetzt, Unternehmen passen ihre Prozesse an. In Österreich ermöglicht das Arbeitszeitgesetz bereits heute flexiblere Modelle, während Deutschland hier noch Nachholbedarf hat. Die Schweiz hingegen setzt stärker auf betriebliche Vereinbarungen als auf gesetzliche Vorgaben. [5][8]
Büroflächen werden bis 2035 neu definiert: Statt Einzelarbeitsplätzen dominieren Räume für Kollaboration und Sozialisierung. Diese Entwicklung spiegelt den Wandel hin zu projektbasiertem Arbeiten wider, bei dem physische Präsenz vor allem für Teamarbeit und Austausch genutzt wird. Janszky sieht darin eine Chance, die Attraktivität von Büros zu erhöhen – vorausgesetzt, Unternehmen investieren in moderne Workplace-Designs. Gleichzeitig warnt er vor einer Überbetonung von Technologie: Menschliche Interaktion bleibt ein zentraler Faktor für Innovation und Unternehmenskultur. [1][2]
Humanoide Roboter werden bis 2035 in physischen Dienstleistungsberufen Fuß fassen. Janszky prognostiziert, dass sie repetitive oder körperlich belastende Tätigkeiten übernehmen – von der Logistik bis zur Pflege. Diese Entwicklung wirft jedoch Fragen nach Regulierung und sozialer Akzeptanz auf. Während die Schweiz und Österreich hier pragmatische Lösungen suchen, könnte Deutschland durch übermäßige Regulierung ins Hintertreffen geraten. Gleichzeitig bietet der Einsatz von Robotern die Chance, Fachkräfte von monotonen Aufgaben zu entlasten und für höherwertige Tätigkeiten freizuspielen. [2][5]
Die größte Hürde für den Wandel liegt nicht in der Technologie, sondern in der Führungskultur. Janszky kritisiert, dass viele Unternehmen noch immer an hierarchischen Strukturen festhalten, die mit agilen Arbeitsmodellen unvereinbar sind. Erfolgreiche Transformation erfordert eine neue Art der Führung: weniger Kontrolle, mehr Vertrauen und eine stärkere Fokussierung auf Ergebnisse statt Präsenz. Besonders im DACH-Raum, wo traditionelle Führungsmodelle tief verankert sind, wird dieser Kulturwandel zur entscheidenden Herausforderung. Unternehmen, die hier frühzeitig umdenken, sichern sich langfristig Wettbewerbsvorteile. [1][8]
Die Arbeitswelt 2035 wird von Flexibilität, Technologie und neuen Führungsmodellen geprägt sein. Unternehmen, die diese Trends aktiv gestalten, können nicht nur ihre Produktivität steigern, sondern auch ihre Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen. Doch der Wandel gelingt nur, wenn rechtliche Rahmenbedingungen angepasst und kulturelle Widerstände überwunden werden. Die nächsten Jahre entscheiden, ob der DACH-Raum eine Vorreiterrolle einnimmt oder den Anschluss verliert. So setzt du das um: [2][5]
Hintergrund
Die Debatte um die Zukunft der Arbeit im DACH-Raum ist geprägt von gesetzlichen Rahmenbedingungen, die je nach Land unterschiedlich ausfallen. Während Deutschland und Österreich durch Arbeitszeitgesetze und Tarifverträge gebremst werden, setzt die Schweiz stärker auf betriebliche Lösungen. Zukunftsforscher wie Sven Gabor Janszky fordern eine Anpassung der Regularien, um flexible Modelle wie die 4-Tage-Woche oder hybrides Arbeiten zu ermöglichen. Gleichzeitig treiben HR-Innovatoren und Technologieunternehmen die Diskussion voran – etwa durch Pilotprojekte oder den Einsatz von KI-Agenten in der Personalentwicklung.
Quellen
- [1]#177: Leben & Arbeiten im Jahr 2035 | 10 Prognosen über die Zukunft - im Gespräch mit Sven Gabor Janszky - Sven Gabor Janszky | Zukunftsmacher Podcast | Podcast on Spotify
- [2]Sven Gabor Janszky: Das kommt 2035
- [3]Arbeitswelten 2035 ★ 5 Sterne Redner
- [4]2035: Die Zukunft beginnt heute : Janszky, Sven Gabor: Amazon.de: Books
- [5]Zukunftsforschung: Sven Gábor Jánszky über KI und Trends
- [6]Termine — Sven Gábor Jánszky — Trendforscher
- [7]Sven Gabor Janszky and 2035: Wie die Zukunft schon heute entsteht und unser ... - Mira companion - Google Books
- [8]SVEN GABOR JANSZKY zur Zukunft der Arbeit im Jahr 2035 - SAATKORN
Weitere Beiträge

Arbeitswelt 2035 – Was Unternehmen jetzt tun müssen
Lena Bachmann·18. Oktober 2026
Sven Gabor Janszky skizziert in seinen Prognosen eine Arbeitswelt, die bis 2035 von KI, humanoiden Robotern und flexiblen Modellen geprägt sein wird. Doch während Technologie und Demografie die Rahmenbedingungen setzen, hinken viele Unternehmen in der DACH-Region bei der Umsetzung hinterher. Wer jetzt nicht handelt, riskiert den Anschluss an den Wettbewerb um Talente.

HR Barcamp Berlin: New Work im DACH-Raum gestalten
Lena Bachmann·11. Oktober 2026
Seit über einem Jahrzehnt prägt das HR Barcamp Berlin die Debatte um moderne Arbeitsmodelle im deutschsprachigen Raum. Als partizipatives Format verbindet es HR-Praktiker:innen mit Pionierunternehmen, die Hybrid Work, 4-Tage-Woche und Workplace Design bereits umsetzen. Doch wie gelingt der Transfer in den Unternehmensalltag?

Hybrides Onboarding für Führungskräfte gestalten
Lena Bachmann·22. September 2026
Eine aktuelle Analyse zeigt: Führungskräfte in hybriden Arbeitsmodellen scheitern häufig an unklaren Erwartungen und fehlender sozialer Einbindung. Besonders im DACH-Raum verschärfen gesetzliche Vorgaben und flexible Arbeitszeitmodelle die Herausforderungen. Wie Unternehmen Onboarding-Prozesse psychologisch fundiert und technologisch unterstützt umsetzen können, zeigt dieser Leitfaden.