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Arbeitswelt 2035 – Was Unternehmen jetzt tun müssen
Sven Gabor Janszky skizziert in seinen Prognosen eine Arbeitswelt, die bis 2035 von KI, humanoiden Robotern und flexiblen Modellen geprägt sein wird. Doch während Technologie und Demografie die Rahmenbedingungen setzen, hinken viele Unternehmen in der DACH-Region bei der Umsetzung hinterher. Wer jetzt nicht handelt, riskiert den Anschluss an den Wettbewerb um Talente.
Lena Bachmann
18. Oktober 2026
Die Arbeitswelt 2035 wird laut Zukunftsforscher Sven Gabor Janszky von einer tiefgreifenden Verschiebung geprägt sein: KI-Agenten und humanoide Roboter übernehmen repetitive Aufgaben, während menschliche Arbeit sich auf kreative und strategische Tätigkeiten konzentriert. Diese Entwicklung ist kein Zukunftsszenario mehr, sondern bereits heute in Pilotprojekten sichtbar. Unternehmen, die diese Technologien frühzeitig integrieren, profitieren von Effizienzsteigerungen und können sich als attraktive Arbeitgeber positionieren. Gleichzeitig warnt Janszky davor, die menschliche Komponente zu vernachlässigen – denn Automatisierung allein löst nicht die Herausforderungen des Fachkräftemangels. [3][5]
Ein zentraler Treiber dieser Transformation ist der demografische Wandel. Längere Lebensarbeitszeiten und ein schrumpfender Talentpool zwingen Unternehmen, Arbeitsmodelle radikal zu überdenken. Die 4-Tage-Woche gilt dabei als einer der vielversprechendsten Ansätze, um Produktivität und Mitarbeiterzufriedenheit gleichzeitig zu steigern. Erste Pilotprojekte in Deutschland und Österreich zeigen, dass kürzere Arbeitswochen nicht nur die Work-Life-Balance verbessern, sondern auch die Effizienz erhöhen. Allerdings fehlen in vielen DACH-Ländern noch gesetzliche Rahmenbedingungen, die eine flächendeckende Umsetzung ermöglichen. Tarifverträge und betriebliche Vereinbarungen blockieren oft den Weg zu mehr Flexibilität. [2][4]
Hybrid- und Remote-Arbeit werden bis 2035 zur Norm, doch die Umsetzung variiert stark zwischen den DACH-Ländern. Während Deutschland mit dem Betriebsrätemodernisierungsgesetz bereits erste Schritte in Richtung Homeoffice-Rechte gegangen ist, setzen Tarifverträge wie die der IG Metall noch Grenzen. In Österreich fördert die Regierung zwar Pilotprojekte zur 4-Tage-Woche, doch Gewerkschaften wie die GPA-djp blockieren oft eine breite Einführung. Die Schweiz hingegen setzt auf dezentrale Lösungen, bei denen Unternehmen selbst über Arbeitsmodelle entscheiden. Diese Unterschiede zeigen: Es gibt keine Einheitslösung – Unternehmen müssen länderspezifische Regularien und kulturelle Besonderheiten berücksichtigen. [1][4]
Die Büroflächen der Zukunft werden sich deutlich verändern. Da immer mehr Mitarbeiter hybrid oder vollständig remote arbeiten, reduzieren Unternehmen ihre physischen Präsenzflächen und setzen stattdessen auf dezentrale Hubs und Co-Working-Spaces. Diese Entwicklung ist nicht nur eine Reaktion auf veränderte Arbeitsgewohnheiten, sondern auch eine strategische Entscheidung, um Kosten zu senken und die Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern. Gleichzeitig entstehen neue Herausforderungen: Wie gestaltet man virtuelle Zusammenarbeit so, dass sie nicht zu sozialer Isolation führt? Und wie stellt man sicher, dass Remote-Teams genauso produktiv sind wie Präsenzteams? [2][3]
KI wird bis 2035 einen Großteil der administrativen Aufgaben übernehmen, doch die Einführung ist mit regulatorischen Hürden verbunden. Das EU-KI-Gesetz setzt klare Grenzen, insbesondere in sensiblen Bereichen wie dem Recruiting. Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre KI-Systeme transparent und diskriminierungsfrei arbeiten. Gleichzeitig bietet die Technologie enorme Chancen: Durch den Einsatz von KI-Agenten können HR-Prozesse beschleunigt und personalisiert werden. Doch wer diese Tools nutzt, muss auch die ethischen Implikationen im Blick behalten – denn Vertrauen ist die Grundlage für eine erfolgreiche Transformation. [3][4]
Die kulturelle Komponente darf bei all diesen Veränderungen nicht unterschätzt werden. Mitarbeiter fordern zunehmend Autonomie und Sinnhaftigkeit in ihrer Arbeit – und Unternehmen, die diese Bedürfnisse ignorieren, verlieren im Wettbewerb um Talente. Janszky betont, dass die Zukunft der Arbeit nicht nur von Technologie, sondern auch von einer neuen Führungskultur geprägt sein wird. Agile Methoden, flache Hierarchien und eine starke Feedbackkultur sind dabei entscheidend. Doch viele Unternehmen hinken hier hinterher: Statt auf Vertrauen setzen sie weiterhin auf Kontrolle, was zu Frustration und Fluktuation führt. [1][5]
Die Arbeitswelt 2035 ist keine ferne Vision, sondern eine Realität, die bereits heute gestaltet wird. Unternehmen, die jetzt handeln, können sich als Vorreiter positionieren – doch dazu braucht es mehr als nur technologische Investitionen. Es gilt, Arbeitsmodelle, Führungskultur und regulatorische Rahmenbedingungen gleichzeitig zu denken. Wer diese Herausforderungen meistert, wird nicht nur produktiver, sondern auch attraktiver für die besten Talente. Die Zeit zu warten ist vorbei – jetzt geht es darum, die Zukunft aktiv zu gestalten. [2][3]
Hintergrund
Die Prognosen von Sven Gabor Janszky sind für den DACH-Raum besonders relevant, da die Region mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert ist: Fachkräftemangel, alternde Belegschaften und eine starke Gewerkschaftskultur, die Flexibilisierung oft bremst. Während Deutschland und Österreich mit Pilotprojekten experimentieren, setzt die Schweiz auf marktgetriebene Lösungen. Doch unabhängig vom Land gilt: Unternehmen, die jetzt nicht handeln, riskieren, im Wettbewerb um Talente und Innovationen abgehängt zu werden.
Quellen
- [1]#177: Leben & Arbeiten im Jahr 2035 | 10 Prognosen über die Zukunft - im Gespräch mit Sven Gabor Janszky - Sven Gabor Janszky | Zukunftsmacher Podcast | Podcast on Spotify
- [2]2035. Die Zukunft beginnt heute
- [3]Sven Gabor Janszky: Das kommt 2035
- [4]Arbeitswelten 2035 ★ 5 Sterne Redner
- [5]Bücher - Sven Gabor Janszky
- [6]Sven Gabor Janszky – Europas Zukunftsforscher #1
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