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EU-Lohntransparenz 2026: Was DACH-Unternehmen jetzt tun müssen

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Vergütung & Benefits

EU-Lohntransparenz 2026: Was DACH-Unternehmen jetzt tun müssen

Ab Juni 2026 gilt die EU Pay Transparency Directive in allen Mitgliedstaaten – mit weitreichenden Folgen für Arbeitgeber im DACH-Raum. Unternehmen müssen Gehaltsstrukturen offenlegen, Berichtspflichten erfüllen und interne Prozesse anpassen. Wer nicht vorbereitet ist, riskiert Compliance-Verstöße und Vertrauensverlust bei Mitarbeitenden.

Lena Bachmann

1. Oktober 2026

Die EU Pay Transparency Directive (EU 2023/970) markiert einen Paradigmenwechsel in der Entgeltpolitik. Sie verpflichtet Unternehmen, Gehaltsbänder in Stellenausschreibungen zu veröffentlichen und verbietet Gehaltsfragen im Bewerbungsprozess. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, strukturelle Ungleichheiten zu beseitigen und die Transparenz über Vergütungsstrukturen zu erhöhen. Besonders betroffen sind Branchen mit historisch hohen Gehaltsunterschieden, darunter Finanzdienstleistungen und Technologieunternehmen. Die Richtlinie gilt für alle Unternehmen mit Sitz in der EU, unabhängig von ihrer Größe, wobei die Berichtspflichten ab einer bestimmten Mitarbeiterzahl greifen. [4]

In Deutschland wird das bestehende Entgelttransparenzgesetz durch die EU-Richtlinie deutlich verschärft. Unternehmen müssen künftig nicht nur auf Anfrage Auskunft über Gehälter geben, sondern proaktiv über Entgeltstrukturen berichten. Die Berichtspflichten umfassen dabei nicht nur die durchschnittlichen Gehälter, sondern auch variable Vergütungsbestandteile und Benefits. Diese Anforderungen stellen insbesondere mittelständische Unternehmen vor Herausforderungen, da sie oft keine standardisierten Gehaltsstrukturen vorweisen können. Die Umsetzung erfordert daher eine umfassende Analyse der bestehenden Vergütungssysteme. [3]

Österreich setzt die EU-Vorgaben über das Gleichbehandlungsgesetz um, das bereits seit Jahren Diskriminierungsschutz regelt. Die neuen Anforderungen gehen jedoch über die bisherigen Bestimmungen hinaus, indem sie konkrete Berichtspflichten und Transparenzmaßnahmen vorschreiben. Unternehmen müssen künftig nachweisen, dass ihre Gehaltsstrukturen frei von Diskriminierung sind. Dies erfordert eine regelmäßige Überprüfung der Vergütungssysteme und die Dokumentation von Entscheidungsprozessen. Besonders im Fokus stehen dabei variable Vergütungsbestandteile, die oft intransparent gestaltet sind. [2]

Die Schweiz ist zwar nicht EU-Mitglied, doch Unternehmen mit Niederlassungen in der EU müssen die Richtlinie ebenfalls umsetzen. Zudem steigt der Druck durch kantonale Initiativen, die ähnliche Transparenzanforderungen stellen. Schweizer Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Gehaltsstrukturen an die EU-Standards anzupassen, ohne gegen nationales Recht zu verstoßen. Besonders betroffen sind international tätige Konzerne, die ihre Vergütungssysteme global harmonisieren müssen. Die freiwillige Umsetzung der Richtlinie kann jedoch auch als Chance genutzt werden, um die Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern. [5]

Die Umsetzung der Richtlinie erfordert nicht nur rechtliche Anpassungen, sondern auch technologische Lösungen. Spezialisierte HR-Software wie PayParity® oder Abacus Umantis unterstützt Unternehmen dabei, Gehaltsstrukturen zu analysieren und Berichtspflichten zu erfüllen. Diese Tools ermöglichen es, Entgeltungleichheiten zu identifizieren und gezielt zu beheben. Zudem bieten sie Funktionen zur automatisierten Generierung von Berichten, die den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Die Investition in solche Systeme lohnt sich insbesondere für Unternehmen mit komplexen Vergütungsstrukturen. [1][2]

Neben der technischen Umsetzung ist auch die Kommunikation mit den Mitarbeitenden entscheidend. Unternehmen sollten frühzeitig über die neuen Transparenzmaßnahmen informieren und die Vorteile für die Belegschaft herausstellen. Eine offene Kommunikation kann das Vertrauen in die Gehaltsstrukturen stärken und mögliche Konflikte vermeiden. Zudem sollten interne Prozesse angepasst werden, um die neuen Anforderungen langfristig zu verankern. Dazu gehört auch die Schulung von Führungskräften, die künftig eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der Richtlinie spielen. [4]

Die EU Pay Transparency Directive bietet Unternehmen die Chance, ihre Vergütungssysteme fairer und transparenter zu gestalten. Wer die Umsetzung proaktiv angeht, kann nicht nur Compliance-Risiken minimieren, sondern auch die Mitarbeiterbindung stärken. Entscheidend ist dabei ein ganzheitlicher Ansatz, der rechtliche, technische und kommunikative Maßnahmen umfasst. Unternehmen, die frühzeitig handeln, sind besser auf die neuen Anforderungen vorbereitet und können sich als Vorreiter in Sachen Lohntransparenz positionieren. [3][5]

Hintergrund

Die EU Pay Transparency Directive stellt Unternehmen im DACH-Raum vor große Herausforderungen. Während Deutschland und Österreich die Richtlinie in nationales Recht umsetzen müssen, steht die Schweiz vor der Frage, wie sie mit den Anforderungen umgeht, ohne gegen EU-Recht zu verstoßen. Die Umsetzung variiert je nach Land, doch die Ziele sind dieselben: mehr Transparenz, weniger Diskriminierung und stärkere Mitarbeiterbindung. Besonders mittelständische Unternehmen müssen jetzt handeln, um die neuen Anforderungen zu erfüllen.

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